PM: Rassistischer und diskriminierender Vorfall auf Demonstration für Gerechtigkeit im Fall Oury Jalloh: Aktivist wird von Magdeburger Bürgerin bespuckt

Am 19.05.2011 gab es im Anschluss an die Verhandlung im Fall Oury Jalloh eine Demonstration durch Magdeburg. Die Demo startete direkt vor dem Landgericht mit einer Kundgebung. Es waren rund 80 Ativitist_innen gekommen, die mit Transparenten und Sprechchören ihren Unmut gegen die Staatsgewalt zum Ausdruck brachten.
Als ein Aktivist der Initiative in Gendenken an Oury Jalloh gerade zu sprechen begonnen hatte, wurde er von der Beifahrerin eines vorbeifahrenden Autos bespuckt. Der Fahrer wollte sofort weiterfahren. Die betroffene Person forderte jedoch lautstark eine Anzeige und verlangte von der anwesenden Polizei das Auto zu verfolgen und die Personalien der Frau aufzunehmen – was diese auch tatsächlich tat. Am Ende der Demo wurde eine Anzeige gegen die Täterin erstattet.

Auch am Wegrand der Demo gab es immer wieder kopfschüttelnde Leute, die sich über die Forderungen der Demonstrant_innen nach Gerechtigkeit und Widerstand im Fall Oury Jalloh sichtlich ärgerten.

Dass Mitglieder der Initiative von der Bevölkerung und der Polizei in Sachsen Anhalt diskriminiert und provoziert werden ist nicht neu. Das Bundesland ist bekannt für seinen breiten Rassismus und anhaltende Polizeischikanen.
Bereits im Vorfeld des Prozesses wurden Berliner Aktivist_innen nach einer Infoveranstaltung in Magdeburg von der Polizei mit dem Auto angehalten und kontrolliert. Dabei konzentrierten sich die Beamten jedoch nur auf die afrikanischen Aktivist_innen, während alle anderen Insassen, inklusive die Fahrerin, nicht eines Blickes gewürdigt wurden. Nebenbei offenbarten die Staatsdiener noch ihre Motivation für diese rassistische Kontrolle: „Die beiden Kollegen [die im ersten Prozess um den Tod von Oury Jallohh angeklagten Polizisten März und Schubert] werden sowieso nie verurteilt.“

Derselbe Aktivist, der jetzt von einer Magdeburger Frau öffentlich bespuckt wurde, war im Jahr 2004 von einem Neonazi am Hauptbahnhof in Halle körperlich angegriffen worden. Dabei verletzte der Neonazi sein linkes Auge so stark, dass es einen Großteil an Sehkraft verlor.

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh und Togo Action Plus sind empört über diese ständigen rassistischen und demütigenden Anfeindungen der Magdeburger Bevölkerung und nehmen derartige Ereignisse nicht einfach hin. Sie fordern Aufklärung und Gerechtigkeit bezüglich des Vorfalls am 19.05.2011. „Diese Aktion der Frau, die mich aus dem vorbeifahrenden Auto heraus bespuckte, dass verletzt meine Würde und muss bestraft werden. Ich lasse mich nicht länger diskriminieren und sage: Nie wieder Rassismus in der BRD! Die Würde des Menschen ist unantastbar und muss geschützt werden.“

Oury Jalloh – Das war Mord!

BREAK THE SILENCE! Brecht das Schweigen!
Wir wollen ein faires Verfahren, das Aufklärung des Falles, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Familie bringt! Ein Ende der Schikanen und Repression gegen alle Aktivist_innen! Ein Ende der Polizeibrutalität und des Behördenrassismus!

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