Aufruf zur großen Email/Faxkampagne

Liebe Aktivist_innen,

die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. fordert das Landgericht Magdeburg dazu auf ein neues Brandgutachten zu beauftragen. Die Nebenklagevertretung (Rechtsanwält_innen der Familie von Oury Jalloh) wies das erste Brandgutachten mit Bestimmtheit zurück und bezeichnete die Versuchsdurchführungen als „unsystematisch, vorwissend und in der Methodik wahllos“. Sie beantragte deshalb die Zulassung eines unabhängigen und internationalen Brandgutachters. Die Entscheidung darüber steht noch immer aus.

Ihr könnt uns in unserer Forderung an das Gericht unterstützen, indem ihr entweder den nachfolgenden Text via copy & paste an das Landgericht Magdeburg via Email sendet oder im Anhang die Fax/Briefvorlage ausdruckt (PDF hier) und per Post oder Fax der Richterin, Claudia Methling, zukommen lasst.

Egal für welchen Weg ihr euch entscheidet, wir hoffen auf eine breite Unterstützung!

DANKE!

Adresse:
An das Landgericht Magdeburg
z.H. Richterin Claudia Methling
Postfach 39 11 22
39135 Magdeburg

Faxnummer
0391/606 20 -69 oder
0391/606 20 -70

Email:
poststelle@lg-md.justiz.sachsen-anhalt.de

Textvorschlag für den Email-Versand:

Sehr geehrte Frau Methling,

ich schließe mich der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. an und fordere eine lückenlose Aufklärung der Todesumstände, an denen Oury Jalloh um sein Leben gekommen ist sowie ein unabhängiges Brandgutachten.

Eine wissenschaftliche Klärung des Brandverlaufs durch ein Gutachten eines Sachverständigen würde klären, welche Ursache, welchen Beginn und welchen Verlauf der Brand in der Gewahrsamszelle genommen hat. Insbesondere die US-amerikanische Forschung im Bereich der Brandforschung ist heutzutage soweit voran geschritten, dass es heißt: Feuer lügt nicht. Forscher_innen können genau rekonstruieren, welche Bedingungen notwendig waren und ob es mehr als nur einen Brandherd bedurfte, um zu dem Brandergebnis zu kommen, wie es bei Oury Jalloh der Fall war, der bei Temperaturen von 800 Grad Celsius verbrannte und dessen Finger an der linken Hand durch die große Hitze amputiert wurden.

Das erste Brandgutachten überzeugte weder das Gericht in Dessau noch den Bundesgerichtshof. Warum wird das gleiche, fehlerhafte Gutachten auch im Revisionsverfahren als Beleg für den unhinterfragt deklarierten „Selbstmord“ herangezogen?

Ich fordere hiermit das Gericht dazu auf, den Beweisantrag der Nebenklagevertretung vom 13. Januar 2012 anzunehmen und einen weiteren, unabhängigen Brandsachverständigen mit der Erstellung eines neuen Gutachtens über Ursache und Verlauf des Brandes, an dem Oury Jalloh am 7. Januar 2005 in der Gewahrsamszelle Nr. 5 in dem Polizeirevier Dessau letztlich starb, zu beauftragen und diesen sodann in der Hauptverhandlung zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

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