Oury-Jalloh-Protest: Matratze mit Brandlöchern vor Polizei in Magdeburg abgelegt

Meldung in der MZ
Meldung in der Volksstimme

 

Magdeburg/Dessau – Vor einem Eingang der Polizeidirektion Nord in der Magdeburger Sternstraße ist es in der Nacht zum Freitag zu einer Protestaktion im Fall „Oury Jalloh“ gekommen. Das bestätigte die Polizei in der Landeshauptstadt auf MZ-Anfrage.

Gegen 3 Uhr habe der Wachdienst bei einer Routinekontrolle eine in die Tür eingeklemmte Matratze mit Brandlöchern entdeckt, daneben lagen mehrere Flyer mit unterschiedlichen Fotos und dem Schriftzug „Oury Jalloh – Das war Mord“.

Umstände zum Tod Jallohs noch immer ungeklärt

Jalloh war im Januar 2005 in einer Polizeizelle in Dessau verbrannt. Die genauen Umstände sind bis heute ungeklärt. Ein Dienstgruppenleiter der Dessauer Polizei war 2012 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.800 Euro verurteilt worden.

Erst im August war das Feuer im Auftrag der Dessauer Staatsanwaltschaft von einem Brandexperten aus der Schweiz noch einmal nachgestellt worden. Warum der Protest in Magdeburg erfolgte, ist unklar.

Polizei ermittelt nicht

Wir sehen die Matratze als Protestaktion ohne strafrechtliche Relevanz“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Nord. Es seien keine Ermittlungen geplant. Nach bisherigen Erkenntnissen war die Matratze nicht vor Ort angezündet worden. Die Brandstellen müssen nach Einschätzung der Polizei an anderer Stelle entstanden sein.

Polizei sieht keinen Zusammenhang zum Brandanschlag

Einen Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf 18 Autos in der Nacht zuvor in Magdeburg wollte die Polizeidirektion Nord nicht ziehen. Das sei zu konstruiert. Auch wenn man die zeitliche Nähe nicht vergesse: Man sehe da keine Schnittmengen.

Die Autos, darunter sieben Fahrzeuge der Bundespolizei, waren in der Nacht zum Donnerstag auf einem Parkplatz am Magdeburger Hauptbahnhof angezündet worden. Der Staatsschutz ermittelt, weil ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. (mz/sb)

 

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