Pressemitteilung der Anwältinnen der Familie von Oury Jalloh, 13.10.2017

Die Familie des am 7. Januar 2005 in der Polizeizelle Nr. 5 verbrannten Oury Jalloh hat mit Unverständnis und Betroffenheit die Nachricht von der Einstellung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Halle zur Kenntnis genommen. Schon vor 7 Jahren hatte die anwaltliche Vertretung der Familie verlangt, durch Brandversuche am Tatort selbst ein Brandbild herzustellen, wie es am 7. Januar 2005 festgestellt werden konnte. Weder die Staatsanwaltschaft Dessau noch die Staatsanwaltschaft Halle haben diesen einzig wissenschaftlichen Anforderungen entsprechendem Vorgehen je entsprochen. Stattdessen wurden unter nicht vergleichbaren Bedingungen Brandversuche durchgeführt, die immerhin das gemeinsame Ergebnis hatten, dass eine Inbrandsetzung der Matratze durch Oury Jalloh ohne Brandbeschleuniger kaum möglich gewesen wäre. Mehr als irritiert ist die Familie Diallo darüber, dass die Staatsanwaltschaft sich bis zum heutigen Tage nicht mit der am 25. September 2015 vorgelegten Beweisführung auseinandergesetzt hat, dass der angeblich aus dem Brandschutt der Zelle stammende Feuerzeugrest nie in der Zelle gewesen sein kann. Die Beweisführung hat ihre Grundlage in der von der Staatsanwaltschaft Dessau und dem Landgericht Magdeburg eingeholten Expertise. Die Beweisführung im Einzelnen befindet sich in der Schrift der Anwältinnen der Familie „Sechs Gründe, warum Oury Jalloh nicht selbst Feuer gelegt haben kann“. Sie ist im Anhang beigefügt. Rechtsanwältin Heinecke erklärt für die Familie: „Gegen die Einstellung wird Beschwerde geführt und der Staatsanwaltschaft erneut aufgegeben werden, welche weiteren Ermittlungsschritte zwingend zu unternehmen sind.“

Sechs Gründe, warum Oury Jalloh nicht selbst Feuer gelegt haben kann“                                                                                                                                                         “ (…) Die  Selbstzündung  setzt  das  Vorhandensein  eines  Feuerzeugs  in  der  Zelle voraus. Die  hier vorgestellten,  auf  Veranlassung  des  LG  Magdeburg  und  der Staatsanwaltschaft  Dessau-­Roßlau geführten  Untersuchungen  beweisen,  dass  das in  dem  Ermittlungsverfahren  von  der  Polizei präsentierte  Feuerzeug  –  das angebliche  Tatmittel  –  nicht  aus  der  Zelle  stammen  kann. (…) „                               > weiterlesen / pdf 

 

 

 

 

 

 

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Ein Gedanke zu „Pressemitteilung der Anwältinnen der Familie von Oury Jalloh, 13.10.2017

  1. Langsam hat man das Gefühl, mit einer ‚Kriminellen Vereinigung‘ zu tun zu haben.
    Abgesehen davon, dass mir dieses Gefühl nicht verboten werden kann, so denke ich mal, was hier abgeht, ist ein Fall für den Europäischen Gerichtshof.

    Oury Jalloh wurde im Polizeigewahrsam von Dessau ermordet!
    Das steht ja nun mal fest!

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