Black Berlin Biennale positioniert sich zu Oury Jalloh

Berlin, den 2. September 2018

Im Rahmen der diesjährigen Black Berlin Biennale wird am Montagmorgen um 9:00 Uhr ein großes Transparent an der Giebelseite des Hauses in der Manteuffelstraße Ecke Oranienstraße (U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof | Berlin) angebracht werden: Die Black Berlin Biennale for Contemporary Art and Discourse wurde 2012 vom Black Media Kunst,-Kultur,- und Wissens-Kollektiv AFROTAK TV cyberNomads (Adetoun und Michael Küppers-Adebisi) mit dem Fokus auf großformatige Interventionen in den zunehmend gentrifizierten Stadtraum ins Leben gerufen und wird dieses Jahr zum dritten Male realisiert. Dieses Jahr wurden 3 Großtransparente in den Stadtteilen Mitte, Kreuzberg und Neukölln realisiert…  

Die Eröffnungsveranstaltung mit Präsentation eines fassadengroßen afrofuturistischen Transparentes am Berliner Kunsthaus KuLe                                              (Kunst & Leben | Auguststraße 10 | Berlin Mitte)            fand bereits am 29. August 2018 statt.

Im Rahmen der Black Berlin Biennale 3.0 finden von Ende August bis Ende Oktober deutschlandweit mehr als 20 verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und Diskussionen zu Schwarzen Perspektiven statt. Kernthemen sind koloniale Kontinuitäten vom deutsch-kolonialen Völkermord an den Herero und Nama (1904-08 | rund 100.000 Tote) im damaligen Deutsch-Südwestafrika und der Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstandes (1905-07 | bis zu 300.000 Tote) im damaligen Deutsch-Ostafrika bis hin zur heutigen Gewalt gegen Schwarze Menschen in Deutschland und Europa.
Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ist Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe und dankt den KuratorInnen von AFROTAK TV cyberNomads für diese großflächige Sichtbarmachung des unerträglichen Polizei- und Justizskandals um den Verbrennungsmord an Oury Jalloh für eine breite Öffentlichkeit mitten im Herzen von Berlin.
AFROTAK folgt mit dem Design der Anregung der Initiative Oury Jalloh. Das Transparent verbildlicht die liebende Verbundenheit des Sohnes Oury Jalloh mit seiner Mutter Mariama Djombo Diallo, die im Angesicht der offenen Verweigerung von Aufklärung – trotz vorliegender zwingender Gutachtenbeweise zur Manipulation eines Feuerzeuges, das sich niemals in der Dessauer Todeszelle Nr. 5 befunden haben kann – bereits am 23. Juli 2012 mit gebrochenem Herzen verstarb, ohne dass sie jemals Anerkenntnis und Gerechtigkeit für den brutalen Mord an ihrem Sohn erfahren durfte. Ihre letzte Erklärung am 22. Juni 2012 vor dem Magdeburger Landgericht wurde anlässlich der Pressekonferenz zum Aktengutachten 2015 noch einmal öffentlich verlesen und kann hier https://youtu.be/qWm5c_OZx_g nachgehört werden.
Darüber hinaus versinnbildlich das Transparent die historische Einbettung dieses Falles in die kontinuierlich gewaltvollen, repressiven und anhaltend tödlichen Praktiken Deutscher Politik und Deutscher Behörden sowie der kompliziten Ignoranz und Feindseligkeit der Deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber Menschen Afrikanischer Abstammung durch offene Brüche von Völkerrecht, Verfassung und Strafrechtsnormen. Diese Gewalt wird ganz offiziell politisch beschlossen und mit Frontex, Bundeswehr und Bundespolizei konsequent und rücksichtslos schon in Afrika und im Mittelmeer umgesetzt und von Politik und Medien normalisiert und konsolidiert. Die überlebenden Schutzbedürftigen werden dann in Massenlagern interniert und ihrer Menschenwürde und Selbstbestimmung beraubt, kriminalisiert und politisch instrumentalisiert. Verbrechen gegen migrantische Leben werden behördlich gefördert und finanziert, verharmlost, vertuscht und straffrei gestellt.
Die Slogans des Kampfes der traditionellen Herero- und Namavertretungen für eine gleichberechtigte Beteiligung am politischen Prozess der Aufarbeitung, Anerkennung und Wiedergutmachung des an ihren Volksgruppen begangenen Völkermordes – „Anything About Us Without Us Is Against Us“ und „No Amnesty On Genocide“ – verdeutlichen diese Kontinuität der Begehung und Verleugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit genauso, wie die Einbettung des selbstbestimmten Widerstandes Geflüchteter in Deutschland mit der Präsentation der Refugee Black Box-Kampagne mit ihrer zentralen Forderung „Stop Deportation“ (Refugee Black Box-Konferenz vom 04.- 07. Oktober 2018 in Jena/Thüringen | http://thevoiceforum.org/node/4530)                      Text als pdf

KOLONIALE VERBRECHEN ANERENNEN UND ENTSCHÄDIGEN – APOLOGY NOW!
                                                                                                                                  OURY JALLOH – DAS WAR MORD! – AUFKLÄRUNG JETZT!

FLÜCHTLINGSABWEHR UND MASSENSTERBEN IM MITTELMEER BEENDEN!

STOP DEPORTATION! – STOP KILLING REFUGEES! – DIGNITY FIRST!
BLACK LIVES MATTER!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s