Gerechtigkeit für Rooble Warsame!

Im Februar 2019 starb der 22-jährige Rooble Warsame in Polizeigewahrsam in Schweinfurt, Bayern. Die Polizei erklärte seinen Tod zum Selbstmord. Wir, seine Familie, wissen, dass dies nicht wahr ist.

Deswegen sammeln wir Spenden, um ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben. Aufgrund des verdächtigen und unkooperativen Verhaltens der Polizei möchten wir einen unabhängigen Forensiker beauftragen, die Todesumstände zu untersuchen.

Rooble stand seiner Familie nahe und drückte niemals Selbstmordgedanken aus. Die erste Autopsie schließt einen Mord nicht aus. Die Polizeibeamt:innen konnten nicht nachweisen, wie der vermeintliche Selbstmord begangen sein soll. Dennoch erhob die Staatsanwaltschaft zunächst keine Anklage und deklarierte seinen Tod als Selbstmord. Unser Anwalt legte Berufung ein und forderte, die Untersuchung offen zu halten, was jedoch zunächst durch den Wortlaut der ersten Autopsie, dass Selbstmord „eine Möglichkeit“ sei, behindert wurde. Im Juli 2020 hat die Staatsanwaltschaft endlich die Untersuchungen wiederaufgenommen.
Je mehr wir über die Ermittlungsfehler erfahren, desto sicherer sind wir uns, dass die Version der Polizei nicht wahr ist. Der Mann, welcher mit Rooble festgenommen wurde (möglicherweise der einzige Zeuge von Roobles Tod neben den Polizist:innen selbst), wird seit über einem Jahr vermisst. Die Polizei ließ ihn am Tag nach der Festnahme frei, ohne ihn als Zeugen von Roobles Tod zu vernehmen, und versäumte es, seinen Aufenthaltsort zu verfolgen. Die Polizei war auch bestrebt, Roobles Leiche so schnell wie möglich einzuäschern. Dies wurde nur durch den Einsatz der Moscheegemeinschaft verhindert, die darauf bestand, Rooble in Gegenwart von Familie und Freunden ein islamisches Begräbnis zu geben. Diejenigen von uns, die bei der Waschung von Roobles Leichnam anwesend waren, sahen Verletzungen, die eindeutig auf einen Kampf und nicht auf Selbstmord hindeuten. Er war bedeckt mit frischen Wunden, Schrammen und einer Knieverletzung,  zeigte jedoch keinen Spuren von Selbststrangulation. Uniformierte und in Zivil gekleidete Polizist:innen tauchten unangekündigt und ohne Erklärung bei der Beerdigung auf.

In Kollaboration mit KOP Berlin  (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt), sammeln wir Geld für eine zweite unabhängige Investigation in Roobles Tod. Wir brauchen etwa 2 000 Euro um den Obduktionsbericht ins Englische zu übersetzen, sowie 3 000 Euro für ein zweites Gutachten eines:r forensischen Experten:in.

Spenden könnt ihr über entweder hier, ( gofundme / engl. ) oder per Überweisung an das Bankkonto ARIBA e.V./ Reach Out, wo Spedenbelege möglich sind. Sendet uns dafür eine Nachricht/ Email!

Als Roobles Familie verdienen wir zu wissen, wie er gestorben ist. Dieses externe Gutachten wird uns ermöglichen unser Streben nach Gerechtigkeit für Rooble fortzusetzen. Bitte unterstützt uns mit einer Spende und teilt die Kampagne in euren Netzwerken.

Weitere Informationen zu Roobles Tod findet Ihr in Artikeln der TAZ und dem Institute of Race Relations  (auf Englisch).

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