Mahnwache in Wien gedenkt Opfer von Polizeigewalt in Tschechien

Wien 27.06.21 Stanislav Tomás starb nach einem schockierenden Fall von Polizeigewalt in Teplice, Tschechien: Ein Polizist hatte sechs Minuten lang mit dem Knie auf dessen Genick gedrückt. Ein breites Bündnis aus Organisationen und Aktivist*innen nahm an der Mahnwache gegen Polizeigewalt am Sonntag 27.06.2021 am Platz der Menschenrechte in Wien teil.

In die Öffentlichkeit kam der Fall durch das Video einer Augenzeugin, das den Übergriff in voller Länge zeigt. Der Fall wird aufgrund eindeutiger Parallelen bereits mit jenem von George Floyd verglichen. Auch dieses mal ist ein Mensch aus einer marginalisierten Gruppe betroffen, denn Stanlislav Tomá war ein Roma. Die folgenden Organisationen riefen solidarisch gemeinsam zu dieser Mahnwache auf, bei der dem Opfer von Polizeigewalt gedacht und ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt wurde: Black Voices Volksbegehren, Jüdische österreichische Hoschüler:innen, Grünen und Alternativen Student_innen (GRAS), Initiative Minderheiten, KSV-LiLi Kommunistischer Student_innenverband, KZ-Verband Wien, Lovara-Roma Österreich, Newo Ziro, ÖH Uni Wien, Romano Centro, Romano Svato, Roma Service, Volkshilfe Österreich, Verband Sozialistischer Student*innen (VSStÖ), Voice of Diversity, Zentrum Exil, … (es schließen sich laufend Organisationen an). Die Hochschüler*nnenschaft Österreichischer Roma und Romja (HÖR) war Organisator der Mahnwache. Sladjana Mirković, Präsidentin der HÖR findet klare Worte für den Vorfall: „Der Mann starb nachdem ein Polizist sechs Minuten lang auf seinem Genick kniete. Der Fall erinnert sehr an jenen von George Floyd in Amerika. Es geschehen aber immer wieder Fälle von Polizeigewalt, die keine Folgen nach sich ziehen – besonders wenn es um Romnja und Roma geht. Um darauf aufmerksam zu machen, halten wir eine Mahnwache ab, bei der wir dem Verstorbenen gedenken.”

Mahnwache im Gedenken der Opfer von Polizeigewalt Datum: Sonntag, 27. Juni 2021 | Zeit: 20:0022:00 Uhr Ort: Platz der Menschenrechte, Mariahilferstraße 1, 1070 Wien Kontakt: Hoschüler*innenschaft Österreichischer Roma und RomnjaSladjana Mirković | hoer.info@gmail.com Hintergrundinformationen: Ein Zeugenvideo (Link unten) dokumentiert den Vorgang, bei dem ein Mann während der Intervention von drei Polizisten auf offener Straße stirbt. Zeitweise sitzen die Polizisten zu dritt auf dem Mann. Einer der Polizisten kniet insgesamt sechs Minuten lang auf dem Genick und Hals des kurz darauf verstorbenen Mannes. Auch als der Mann nach 4 Minuten keinen Ton mehr von sich gibt, fährt jener Polizist mit seiner „Intervention“ auf dem mittlerweile regungslosen Mann fort. Die Szenen des Vorgangs erinnern schmerzlich an jene aus dem amerikanischen Video in dem George Floyd von einem Polizisten getötet wurde, der acht Minuten lang auf dessen Genick kniete. Auch die erste Reaktion der Polizei ist ähnlich: Der Tod des Mannes wäre durch eine Drogenüberdosis und einen Herzfehler ausgelöst worden, heißt es. Eine weitere Parallele ist, dass der Verstorbene einer diskriminierten Minderheit im Land angehörte – in diesem Fall der Community der Rom*nja. Weiterführende Informationen: Link zum Video des Vorfalls inklusive Interview mit dem tschechischen Journalisten Deněk Ryšavý (romea.cz) und der Aktvisitin Jarmila Balazova die den Fall als erste publik machten. https://romblog.net/2021/06/21/tschec… Link zum Artikel auf Deusche Welle https://www.dw.com/de/tschechien-mann… Link zum ungeklärten Fall von Polizeigewalt 2016 in Tschechien: http://www.romea.cz/en/news/czech/cze… HÖR on Insta @HÖR Video: romblog.net | Gilda Horvath

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