Einladung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh zu einer internationalen Analyse- und Strategiekonferenz

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Selbstorganisation gegen rassistische Polizeigewalt und Staatsräson in der BRD und Europa

vom 26. – 28. Oktober 2019 in Berlin

Ausgehend vom Fall Oury Jalloh haben wir in den vergangenen 14 Jahren gegen den massiven Widerstand staatlicher Strukturen in Polizei, Justiz und Politik angekämpft, um die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh voranzutreiben. Letztlich haben wir erkennen müssen, dass wir die von uns lange Zeit geforderte Aufklärung selbst in die Hand nehmen müssen, weil dies kein Staatsanwalt oder Richter tun wird. Trotz der juristischen Niederlagen haben wir uns nicht unterkriegen oder unseren Aufklärungswillen durch die jahrelange massive Repression brechen lassen. Je näher wir der Wahrheit kommen, um so dreister werden die Lügen, die sie versuchen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, um diese Verbrechen zu vertuschen. Im vergangenen Jahr haben wir nun endlich eine Unabhängige Internationale Kommission zur Aufklärung der Wahrheit über den Fall von Oury Jalloh gegründet und damit unsere Kompetenzen weiter verstärkt.

Gleichzeitig erkennen wir, dass das rassistische Morden in den Gefängniszellen und auf der Straße weitergeht und dass auch die Mörder von Oury Jalloh noch immer frei herumlaufen, da die sogenannten Strafverfolgungsbehörden die Täter nicht verfolgen, sondern diese mit aller Kraft beschützen. Verfolgt werden stattdessen wir als Aktivist*innen – nicht weil wir tatsächlich Straftaten begangen hätten, sondern einzig deshalb, weil wir eben solche aufklären und öffentlich bekannt machen. Oury Jalloh ist kein Einzelfall und die Mörder sind auch keine Einzeltäter. Hinter den Morden und der Vertuschung steckt ein System, welches wir verstehen müssen, um effektiv handeln zu können.

In Gedenken an die jüngsten Todesopfer rassistischer (Polizei-) Gewalt:

Hussam Fadl (27. September 2016, Geflüchtetenunterkunft Berlin) von Polizisten erschossen

Matiullah Jabarkhil (13. April 2018, Bäckerei in Fulda) – getötet durch 4 Schüsse eines Polizisten

Amad Ahmad (29. September 2018, JVA Kleve) – stirbt an den Folgen eines Feuers in der Zelle

Rooble Muse Warsame (26. Februar 2019, Polizeirevier Schweinfurt) – unterstellter “Suizid” in einer Polizeizelle

William Tonou-Mbobda (26. April 2019, UKE Hamburg) – zu Tode fixiert durch Security

Adel B. (18.Juni 2019, Essen) durch geschlossene Tür von der Polizei aus “Notwehr” erschossen. .. (Einladung pdf-de)  (Invitation-engl.)  (Invitation-fran.)
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Zur Ausstellungseröffnung erscheint das Jasper Kettner und Ibrahim Arslan herausgegebene Buch „Die Angehörigen“.

Herzliche Einladung zur Präsentation der Fotoserie „DIE
ANGEHÖRIGEN“ im Rahmen der Eröffnung von „Dreizehn“, der
Abschlußausstellung des 13. Jahrgangs der Ostkreuzschule für
Fotografie:

FREITAG, 27.9.2019, AB 19:00 UHR, REINBECKHALLEN, REINBECKSTR. 17, 12459
BERLIN

„DIE ANGEHÖRIGEN“ zeigt Menschen, die mit dem Verlust ihrer
Familienmitglieder oder Freunde durch rassistische Gewalt leben, die
durch Unsicherheit und eingeschränkte Ermittlungen leiden, die selbst
verdächtig wurden, die um Anerkennung ihrer Opfer als solche politisch
motivierter Gewalt kämpfen.

Seit der Wiedervereinigung 1990 sind in Deutschland laut Bundesregierung
83 Menschen durch rechte Gewalt ums Leben gekommen. Für den selben
Zeitraum dokumentieren Journalisten der Zeit und des Tagesspiegel 169
Todesfälle und 61 Verdachtsfälle, während die Amadeu Antonio Stiftung
194 Todesopfer und 12 Verdachtsfälle nennt. Für die Todesopfer rechter
Gewalt aus der Zeit vor 1990 gibt keine Statistik.

www.jasperkettner.de [1]

Liebe Freund*innen und Kolleg*innen / dear friends and colleagues:

Your are cordially invited to the presentation of the photo work „THE
RELATIVES“ at the opening of „Dreizehn“, the graduation show of
Ostkreuzschule für Fotografie:

FRIDAY 27 SEPTEMBER 2019, 7 P.M., REINBECKHALLEN, REINBECKSTR. 17, 12459
BERLIN

At the opening the book „DIE ANGEHÖRIGEN“, edited by Jasper Kettner
and Ibrahim Arslan, will be released.

We would be delighted to see you there.

“THE RELATIVES” shows people who live with the loss of their family
members or friends through racist violence, who suffer through
insecurity and limited investigations, who became murder suspects
themselves, who fight for recognition of their victims as such of
politically motivated violence.

Since reunification in 1990, 83 people have lost their lives as a result
of right-wing violence in Germany, according to the Federal Government.
For the same period, journalists from ZEIT Online and Der Tagesspiegel
documented 169 deaths and 61 suspected cases, while the Amadeu Antonio
Foundation reported 194 deaths and 12 suspected cases. There are no
statistics on the deaths of right-wing victims of violence before 1990.

www.jasperkettner.de [1]

Medien-Informationen zum Tod von Amad A

Neue Fragen zum Brand in der JVA Kleve             Video Link

Westpol 10.02.2019 UT DGS Verfügbar bis 10.02.2020 WDR

Ein Mann sitzt zu Unrecht im Gefängnis. Dann brennt es in seiner Zelle, er stirbt an den Folgen. Was ist passiert? Über den Tod des Syrers Amad A. nach dem Brand in der JVA Kleve hat Westpol mehrfach berichtet. Nun liegen uns exklusiv Unterlagen vor, die neue Fragen aufwerfen.

RP-Online: 24.09.19

Kommissarin hatte keine Zweifel an Identität von Amad A. Link